Lohn und Abrechnung

DATEV LODAS und Lohn und Gehalt: Zeiten aus der Zeiterfassung ohne Abtippen ins Lohnbüro

Welche Dateien DATEV LODAS und DATEV Lohn und Gehalt für Bewegungsdaten und Stammdaten erwarten, wie Lohnarten, Personengruppen und Zuschläge dort ankommen und was ein Export aus der Zeiterfassung leisten muss, damit das Lohnbüro nichts nacharbeitet.

Adrian Hof, Gründer, EVENTRAGeprüft am

Kurz gesagt

  • DATEV hat zwei Lohnprogramme mit zwei Formaten: LODAS erwartet Textdateien mit Satzbeschreibungen für Stamm- und Bewegungsdaten, Lohn und Gehalt eigene Importdateien mit Personalnummer, Lohnart, Datum und Wert. Der Export muss zum Programm Ihres Lohnbüros passen.
  • Aus der Zeiterfassung werden Stunden pro Lohnart und Person: Grundlohn, Nachtzuschlag, Sonntagszuschlag, Feiertagszuschlag. Die Lohnartennummern legt das Lohnbüro fest, der Export muss sie übernehmen.
  • Neue Personen brauchen Stammdaten: Personengruppe 109 oder 110, Steuer-ID, Krankenkasse, Bankverbindung, Beginn. Fehlt eines davon, tippt das Lohnbüro nach, egal wie gut die Zeiten sind.
  • DATEV-Schnittstellenbeschreibung LODAS (ASCII-Import)
  • DATEV-Schnittstellenbeschreibung Lohn und Gehalt (Import Bewegungsdaten)
  • DEÜV-Personengruppenschlüssel
  • § 3b EStG
  • DATEV-Datenfahrplan: Verarbeitungszeiten im DATEV-Rechenzentrum (Dok.-Nr. 0908200)
Für Festivals: Bewerbung, Schichtplan, Check-in und Lohnbüro in einem System.Lösung ansehen
Lohnbuchhalterin an einem aufgeräumten Schreibtisch mit zwei Monitoren und Aktenstapeln
Der Export muss genau das Format des Programms erzeugen, das die Kanzlei für diesen Mandanten einsetzt.

DATEV führt zwei Lohnprogramme, die verschiedene Importformate erwarten: LODAS liest Textdateien mit festen Satzarten für Stammdaten und Bewegungsdaten, Lohn und Gehalt liest eigene Importdateien mit Personalnummer, Lohnart, Datum und Wert. Für einen Veranstalter mit 800 Crew heißt das: Der Export aus der Zeiterfassung muss genau das Format des Programms erzeugen, das die Kanzlei für diesen Mandanten nutzt, und er muss neben den Stunden auch die Stammdaten der neuen Personen liefern. Sonst tippt das Lohnbüro 800 Personen ab, und die Rechnung dafür kommt im Oktober.

Welche Zeiterfassung passt zu DATEV?

Jede Zeiterfassung behauptet eine DATEV-Schnittstelle. Ob sie eine hat, zeigt sich an sieben Punkten:

PrüfpunktWoran Sie es erkennen
Richtiges ProgrammExport wahlweise für LODAS oder Lohn und Gehalt, pro Mandant einstellbar
Lohnarten der KanzleiLohnartennummern frei konfigurierbar, nicht fest verdrahtet
Dieselbe PersonalnummerDie Personalnummer aus dem Lohnprogramm wird übernommen, keine eigene
StammdatenNeue und geänderte Personen werden mitgeliefert, mit Personengruppe
Zuschläge stundengenauNacht, Sonntag und Feiertag als getrennte Stunden je Zeitfenster
ÜbergabewegImportdatei oder direkt per DATEV-Datenservice, mit der Datei als Rückfallweg
NachweisEin Exportverlauf mit Datum, Personen und Summen

Eine Zeiterfassung, die nur eine Excel- oder CSV-Liste mit Stunden pro Person liefert, ist nicht DATEV-kompatibel, auch wenn DATEV die CSV öffnen kann. Das Lohnbüro muss dann jede Zeile einer Lohnart zuordnen, und das ist das Abtippen, das man loswerden wollte.

Mobile Zeiterfassung mit DATEV-Anbindung

Bei Eventpersonal ist die Zeiterfassung fast immer mobil: Die Crew checkt per QR-Code am Posten ein, auf dem eigenen Smartphone oder am Gerät der Teamleitung, oft ohne stabiles Netz. Für DATEV ist das gleichgültig. Die App ist die Eingabe, die Importdatei die Ausgabe, und dazwischen liegen Freigabe, Pausenabzug und Zeitregeln. Wichtig ist nur, dass die mobile Erfassung offline weiterläuft und die Zeiten danach mit Person, Tag und Posten im selben System landen, aus dem auch der Export kommt. Wie das in EVENTRA aussieht, zeigt die Seite Zeiterfassung.

Zwei Programme, zwei Formate

DATEV LODASDATEV Lohn und Gehalt
ImportTextdateien (ASCII) mit Satzbeschreibung, Zeichensatz Windows-1252Importdateien nach DATEV-Vorgabe, Bewegungsdaten und Stammdaten getrennt
StammdatenSatzart für Personalstamm, Steuer, Sozialversicherung, Bank, Beginn und AustrittStammdatenimport mit Feldkatalog
BewegungsdatenStunden oder Beträge pro Lohnart und AbrechnungsmonatStunden oder Beträge pro Lohnart, Datum, Personalnummer
Typischer NutzerSteuerberaterkanzleienKanzleien und Unternehmen mit eigener Lohnabteilung

Beide Formate identifizieren die Person über die Personalnummer des Mandanten. Die muss in der Zeiterfassung dieselbe sein wie im Lohnprogramm, sonst entstehen Dubletten.

Wie die Dateien aufgebaut sein müssen, legt DATEV in der jeweiligen Schnittstellenbeschreibung fest. In der Praxis heißt das: Eine LODAS-Datei für den ASCII-Import trägt ihre Satzbeschreibung selbst im Kopf, zusammen mit Berater- und Mandantennummer, ohne die DATEV die Datei abweist. Für Lohn und Gehalt wird das Format einmalig als Herstellerformat im ASCII-Import-Assistenten eingelesen, danach importiert die Kanzlei jeden Monat nur noch die Datendatei.

Was aus der Zeiterfassung wird: Lohnarten in LODAS

Aus Check-in und Check-out entstehen Zeitpaare. Daraus werden über Regeln Stunden pro Lohnart:

  1. Grundstunden: Dauer abzüglich Pausen.
  2. Nachtzuschlag: Anteil zwischen 20 und 6 Uhr, steuerfrei nach § 3b EStG bis 25 Prozent des Grundlohns, von 0 bis 4 Uhr bei Arbeitsbeginn vor 0 Uhr bis 40 Prozent.
  3. Sonntagszuschlag: Anteil am Sonntag, steuerfrei bis 50 Prozent.
  4. Feiertagszuschlag: steuerfrei bis 125 Prozent, an Weihnachten und 1. Mai bis 150 Prozent.
  5. Sonstige: Bereitschaft, Fahrtkosten, Verpflegungspauschale, je nach Vertrag.

Jede Zeile im Bewegungsdatensatz ist: Personalnummer, Lohnart, Abrechnungsmonat, Stunden oder Betrag. Die Lohnartennummern kommen aus dem Katalog der Kanzlei. Ein Export, der eigene Nummern erfindet, wird beim Import abgelehnt oder falsch zugeordnet.

Zeiterfassung in EVENTRA: bestätigte Zeitpaare pro Person mit Pausen, Nacht- und Sonntagszuschlägen
Aus bestätigten Zeitpaaren werden über die Zeitregeln Stunden pro Lohnart, mit den Lohnartennummern der Kanzlei.

Stammdaten für neue Personen

Bei Eventpersonal ist der Großteil jeden Monat neu. Ohne Stammdaten kann das Lohnprogramm keine Abrechnung erzeugen:

  • Personalnummer, Name, Geburtsdatum, Anschrift, Staatsangehörigkeit
  • Steuer-ID, Steuerklasse oder Pauschalversteuerung, Kirchensteuermerkmal
  • Sozialversicherungsnummer, Krankenkasse, Personengruppe (109 Minijob, 110 kurzfristig, 101 sozialversicherungspflichtig), Beitragsgruppen. Welche Gruppe gilt, hängt an der Minijob-Grenze und an der 70-Tage-Regelung.
  • Bankverbindung
  • Beschäftigungsbeginn, bei befristeten Verträgen das Ende, Austrittsdatum nach dem Event

Die Daten müssen von der Person kommen, nicht vom Veranstalter. Ein Bewerbungsprozess, der Steuer-ID, Krankenkasse und IBAN als Pflichtfelder hat und die Sozialversicherungsnummer prüft, liefert den Stammdatensatz vollständig. Alles andere ist Nachfragen per Mail im Oktober. Dieselben Daten braucht das Lohnbüro in Gastronomie, Security und Messebau schon vor der ersten Schicht, für die Sofortmeldung.

Manager spätabends im Produktionsbüro am Laptop mit ausgedruckten Schichtlisten
Fehlende Stammdaten sind Nachfragen per Mail im Oktober; Pflichtfelder in der Bewerbung sind der Ausweg.

Der Monatsabschluss

Der Ablauf, der ohne Nacharbeit funktioniert:

  1. Zeiten freigeben. Jede Zeit ist bestätigt, Pausen sind abgezogen, Konflikte geklärt.
  2. Regeln anwenden. Zuschläge entstehen aus den Zeitregeln, nicht aus Handarbeit.
  3. Stammdaten prüfen. Wer neu ist, hat alle Pflichtfelder. Wer wechselt, etwa von kurzfristig zu Minijob, hat ein Änderungsdatum.
  4. Exportieren. Stammdaten und Bewegungsdaten für LODAS oder Lohn und Gehalt, pro Mandant, pro Monat. Der Export wird mit Datum und Inhalt archiviert.
  5. Übermitteln. Als Datei an die Kanzlei oder per DATEV-Datenservice. Die Kanzlei importiert, rechnet ab und meldet zurück, was fehlt.
  6. Austritte. Nach dem Event werden die kurzfristig Beschäftigten abgemeldet. Wer im nächsten Jahr wiederkommt, bekommt einen neuen Eintritt.
Der Monatsabschluss in sechs Schritten: Zeiten freigeben, Regeln anwenden, Stammdaten prüfen, exportieren, übermitteln, Austritte melden.Monatsabschluss ohne Nacharbeit1Zeiten freigebenJede Zeit bestätigtPausen abgezogenKonflikte geklärtEVENTRA2Regeln anwendenNachtzuschlagSonntag, Feiertagaus den Zeitregeln3Stammdaten prüfenNeue Personen vollständigWechsel mit DatumPersonengruppe4ExportierenLODAS oder Lohn und Gehaltpro Mandant, pro MonatWindows-12525ÜbermittelnDatei an die Kanzleioder DATEV-APIRückmeldung6AustritteKurzfristige abmeldenAustrittsdatumnach dem Event

Jeder Export wird mit Datum, Personen und Summen archiviert: der Nachweis, dass Zeiten und Abrechnung zusammenpassen.

Sechs Schritte von der Freigabe bis zur Abmeldung; die Zuschläge entstehen aus den Zeitregeln, nicht aus Handarbeit.

Verarbeitungszeiten in LODAS: der Datenfahrplan

LODAS rechnet nicht auf dem Rechner der Kanzlei ab, sondern im DATEV-Rechenzentrum. Wann gesendete Daten dort verarbeitet und die Ergebnisse zurückgeliefert werden, steht im DATEV-Datenfahrplan (Dok.-Nr. 0908200 im DATEV-Hilfe-Center): An Werktagen gibt es mehrere Verarbeitungsläufe mit festen Sendeschlüssen, Daten vom Wochenende gehen in den ersten Lauf am Montag. Die genauen Uhrzeiten ändert DATEV gelegentlich, maßgeblich ist die aktuelle Fassung.

Für den Veranstalter folgt daraus eine einfache Regel: Der Export ist fertig, wenn die Kanzlei ihn importiert hat, nicht wenn er heruntergeladen ist. Wer seine Zeiten am letzten Arbeitstag des Monats abends freigibt, verpasst bei vielen Kanzleien den eigenen Abrechnungstermin. Freigabe und Export gehören in die ersten Tage nach Monatsende, mit Puffer für Rückfragen.

Zum Jahreswechsel kommt ein Termin dazu: DATEV liefert die Jahreswechsel-Versionen von LODAS und Lohn und Gehalt für 2026/27 mit dem Update Ende Dezember 2026, nicht mit einem eigenen Haupt-Release. Die ersten Abrechnungen 2027 mit den neuen Werten, etwa der Minijob-Grenze von 633 Euro ab 2027, hängen an diesem Update. Fragen Sie Ihre Kanzlei, ab wann sie Januar-Daten annimmt.

Was ein Export leisten muss

  • Das richtige Format für das richtige Programm, mit Zeichensatz Windows-1252 für LODAS, damit Umlaute ankommen.
  • Die Lohnartennummern der Kanzlei, konfigurierbar, nicht fest verdrahtet.
  • Personengruppen und Beitragsgruppen aus der Beschäftigungsform der Person.
  • Stammdaten nur für neue oder geänderte Personen, damit das Lohnbüro nicht 800 unveränderte Sätze prüft.
  • Ein Verlauf: welcher Export wann mit welchen Personen und Summen erzeugt wurde. Bei der Prüfung ist das der Nachweis, dass die Zeiten und die Abrechnung zusammenpassen.

Wie diese Punkte im Alltag zusammenspielen, vom Check-in bis zur Datei, beschreibt der Artikel Lohnabrechnung für Eventpersonal automatisieren. Die Übersicht aller Exportformate steht unter Export, die Einordnung für Veranstalter im Handbuch-Eintrag DATEV im Eventmanagement.

Häufige Fragen

Welche Zeiterfassung passt zu DATEV?

Eine, die das Format des Programms erzeugt, das Ihre Kanzlei nutzt: ASCII-Dateien für LODAS oder Importdateien für Lohn und Gehalt, mit den Lohnartennummern der Kanzlei, derselben Personalnummer wie im Lohnprogramm, Stammdaten für neue Personen und Zuschlägen, die stundengenau nach Zeitfenster getrennt sind. Ob sie im Browser, am Terminal oder per App erfasst, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass das Lohnbüro die Datei importiert, statt sie abzutippen.

LODAS oder Lohn und Gehalt: was hat mein Lohnbüro?

Fragen Sie. LODAS ist das ältere, weit verbreitete Programm für Steuerberater mit Textdatei-Import. Lohn und Gehalt ist das neuere mit eigener Importlogik. Manche Kanzleien nutzen beides für verschiedene Mandanten. Der Export muss für das Programm erzeugt werden, das Ihren Mandanten führt.

Gibt es eine DATEV-Schnittstelle ohne Datei?

Ja. Über DATEV Datenservices können Stamm- und Bewegungsdaten per API übermittelt werden, wenn die Kanzlei den Zugang freischaltet. Die Datei bleibt als Rückfallweg und als Nachweis sinnvoll.

Welche Lohnarten brauche ich für Eventpersonal?

Mindestens Stundenlohn, Nachtzuschlag 25 Prozent, Sonntagszuschlag 50 Prozent, Feiertagszuschlag 125 Prozent, jeweils mit den steuerfreien Grenzen, dazu gegebenenfalls Pauschalversteuerung bei kurzfristiger Beschäftigung. Die Nummern vergibt das Lohnbüro in seinem Lohnartenkatalog.

Wann verarbeitet LODAS die importierten Daten?

LODAS-Abrechnungen laufen im DATEV-Rechenzentrum. Wann gesendete Daten verarbeitet und die Ergebnisse zurückgeliefert werden, regelt der DATEV-Datenfahrplan (Dok.-Nr. 0908200): mehrere Verarbeitungsläufe pro Werktag, am Wochenende gesendete Daten gehen in den ersten Lauf am Montag. Für Sie heißt das: Die Importdatei muss vor dem Abrechnungstermin der Kanzlei dort sein, nicht am selben Abend.

Wie kommen kurzfristig Beschäftigte und Minijobber richtig an?

Über die Personengruppe in den Stammdaten: 109 für geringfügig entlohnte, 110 für kurzfristig Beschäftigte, bei kurzfristigen mit Pauschalversteuerung die Kennzeichnung im Steuerteil. Der Wechsel innerhalb des Jahres ist eine Stammdatenänderung mit Datum.

EVENTRA erzeugt aus dem Monatsabschluss die LODAS-Dateien für Stammdaten und Bewegungsdaten und die Importdateien für Lohn und Gehalt, mit den Lohnartennummern Ihres Lohnbüros, Personengruppen 109 und 110 und den Zuschlägen aus Ihren Zeitregeln. Auf Wunsch geht die Übergabe direkt per DATEV-API. Der Exportverlauf zeigt, was wann übermittelt wurde.

Dieser Beitrag ist eine Einordnung aus der Praxis, keine Rechts- oder Steuerberatung. Rechtsgrundlagen und Grenzwerte werden zum genannten Datum geprüft; verbindlich sind Gesetz, Ihre Steuerberatung und die zuständige Behörde.

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